Wärmepumpe
Wärmepumpe: Kosten und Ölheizung ersetzen
Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung mehr als ein neuer Ölkessel – im Betrieb aber deutlich weniger. Wir zeigen mit einem durchgerechneten Beispiel, womit Sie rechnen können und worauf es beim Ersatz einer Ölheizung ankommt.
Was kostet eine Wärmepumpe?
Die Investition hängt vor allem von der Wärmequelle, der Heizleistung und vom Zustand der bestehenden Installation ab. Für ein typisches Einfamilienhaus rechnen wir mit folgenden Richtwerten inklusive Montage:
| System | Investition | Jahresarbeitszahl (JAZ) |
|---|---|---|
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | CHF 27’500 – CHF 50’000 | ca. 3–4 |
| Sole/Wasser mit Erdsonde | CHF 47’500 – CHF 80’000 | ca. 4–5 |
Diese Bandbreiten sind Richtwerte für Gebäude mit rund 8 bis 12 kW Heizleistung. Grössere oder schlecht gedämmte Häuser liegen höher, kleine Neubauten tiefer. In der Investition enthalten sind typischerweise Gerät, Speicher für Warmwasser, hydraulische Einbindung, Elektroanschluss und Inbetriebnahme. Separat anfallen können der Rückbau des Öltanks, Anpassungen an Heizkörpern, ein neuer Elektroanschluss oder bei der Erdsonde die Bohrung selbst.
Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie viel Wärme aus einer Kilowattstunde Strom entsteht: 1 kWh Strom plus 2–3 kWh Umweltwärme ergeben 3–4 kWh Heizwärme. Genau darin liegt der wirtschaftliche Vorteil gegenüber Öl.
Rechenbeispiel: Ölheizung im Einfamilienhaus ersetzen
Ein Einfamilienhaus mit 180 m² beheizter Fläche, Baujahr zwischen 1980 und 2000, vier Personen. Bisher heizt eine Ölheizung, neu soll eine Luft/Wasser-Wärmepumpe Heizung und Warmwasser übernehmen. Gerechnet mit den Annahmen unseres Wärmepumpen-Rechners (Heizöl CHF 1.15 pro Liter, Strom 27 Rp./kWh, JAZ 3.3):
| Kennzahl | Ohne Solaranlage | Mit 10 kWp Photovoltaik |
|---|---|---|
| Wärmebedarf Heizung + Warmwasser | 23’000 kWh/Jahr | 23’000 kWh/Jahr |
| Bisheriger Ölverbrauch (ca.) | 2’700 Liter | 2’700 Liter |
| Heizleistung Wärmepumpe | 11.5 kW | 11.5 kW |
| Stromverbrauch Wärmepumpe | 7’000 kWh/Jahr | 7’000 kWh/Jahr |
| Energiekosten bisher (Öl) | CHF 3’100/Jahr | CHF 3’100/Jahr |
| Energiekosten neu (Strom) | CHF 1’900/Jahr | CHF 1’600/Jahr |
| Einsparung Energiekosten | CHF 1’200/Jahr | CHF 1’600/Jahr |
| Vermiedenes CO₂ | ca. 6.5 t/Jahr | ca. 6.5 t/Jahr |
Mit einer Solaranlage deckt eigener Strom im Sommer und in der Übergangszeit einen Teil des Wärmepumpenbedarfs – vor allem für das Warmwasser. Im Beispiel rechnen wir mit rund 24 % Solaranteil. Im Winter, wenn die Wärmepumpe am meisten Strom braucht, liefert das Dach wenig; diesen Teil beziehen Sie weiterhin aus dem Netz.
Die Investition für dieses Haus liegt nach unserem Modell bei rund CHF 32’000 bis CHF 57’000 vor Förderung. Ob sich der Wechsel rechnet, hängt deshalb stark davon ab, ob ohnehin ein Kesselersatz ansteht, wie hoch die kantonale Förderung ausfällt und wie sich Öl- und Strompreise entwickeln. Ein neuer Ölkessel ist ebenfalls nicht gratis – vergleichen Sie also immer Wärmepumpe gegen Ersatz des fossilen Systems, nicht gegen null.
Ihr eigenes Haus im Wärmepumpen-Rechner durchrechnen
Ölheizung ersetzen: Schritt für Schritt
- Bestandesaufnahme und Heizlastberechnung. Die Wärmepumpe wird nach der tatsächlichen Heizlast ausgelegt, nicht nach der Leistung des alten Kessels – Ölkessel sind oft deutlich überdimensioniert. Hilfreich sind die Ölverbräuche der letzten Jahre.
- Wärmequelle wählen. Luft/Wasser ist fast überall möglich, die Erdsonde ist effizienter, aber teurer und nicht überall bewilligungsfähig. Den ausführlichen Vergleich finden Sie im Artikel Luft/Wasser oder Erdsonde?
- Vorlauftemperatur und Heizkörper prüfen. Wärmepumpen arbeiten am effizientesten mit tiefen Vorlauftemperaturen. Bodenheizungen sind ideal; bei Radiatoren prüfen wir, ob sie auch mit tieferer Temperatur genügend Wärme abgeben oder ob einzelne Heizkörper vergrössert werden sollten.
- Förderung beantragen – vor Baubeginn. Die Kantone unterstützen den Ersatz von Öl-, Gas- und Elektroheizungen über ihre Förderprogramme, teils ergänzt durch Gemeinden oder Energieversorger. Das Gesuch muss in aller Regel vor Auftragsvergabe oder Baubeginn eingereicht werden. Häufig verlangt wird ein Wärmepumpen-System-Modul.
- Bewilligung. Je nach Kanton und Gemeinde braucht es für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe ein Baugesuch oder eine Meldung, meist mit Lärmschutznachweis für das Aussengerät. Erdsonden brauchen eine kantonale Bewilligung. Diese Unterlagen bereiten wir für Sie vor.
- Montage und Tankrückbau. Der eigentliche Wechsel dauert bei guter Vorbereitung meist wenige Tage. Der Öltank wird fachgerecht gereinigt und entfernt; der frei werdende Raum ist oft ein willkommener Gewinn.
- Einregulierung. In der ersten Heizsaison lohnt es sich, Heizkurve und Warmwasserzeiten nachzujustieren. Gut eingestellt arbeitet die Anlage spürbar effizienter.
Förderung und Steuern
Für den Heizungsersatz gibt es in der Schweiz keine einheitliche Bundespauschale wie bei der Photovoltaik. Zuständig sind die Kantone, die über Das Gebäudeprogramm und eigene Programme Beiträge ausrichten. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich stark von Kanton zu Kanton und können sich jährlich ändern. Eine gute Übersicht für Ihre Adresse bietet Energiefranken.
- Gesuch immer vor Baubeginn einreichen – nachträgliche Gesuche werden meist abgelehnt.
- Bedingungen wie System-Modul, Effizienzanforderungen oder Mindestlaufzeit genau beachten.
- Investitionen in bestehende Gebäude sind beim Bund und in vielen Kantonen als Energiesparmassnahme steuerlich abzugsfähig. Klären Sie die Details mit Ihrer Steuerberatung.
- Kombinieren Sie die Wärmepumpe mit einer Solaranlage, kommt für die PV die Einmalvergütung von Pronovo dazu – mehr dazu im Artikel Pronovo-Einmalvergütung und Förderungen.
Einen Überblick über die Förderprogramme finden Sie auch auf unserer Seite Förderung.
Warmwasser: Boiler oder Wärmepumpenboiler?
Bei einem Heizungsersatz übernimmt die Wärmepumpe in der Regel auch das Warmwasser über einen eigenen Speicher. Wo nur ein alter Elektroboiler ersetzt werden soll, ist ein Wärmepumpenboiler eine günstige Alternative: Er braucht für dieselbe Menge Warmwasser nur einen Bruchteil des Stroms. In beiden Fällen gilt: Warmwasser lässt sich gut auf die Mittagszeit legen, wenn die Solaranlage Überschuss produziert.
Wärmepumpe und Photovoltaik: das bessere Paket
Seit dem 1. Januar 2026 richtet sich die Vergütung für eingespeisten Solarstrom nach dem Marktpreis (revidiertes Stromversorgungsgesetz; für kleinere Anlagen gilt eine Minimalvergütung). Jede Kilowattstunde, die Sie selbst nutzen, ist deshalb mehr wert als eine eingespeiste. Eine Wärmepumpe mit SG-Ready-Schnittstelle oder Energiemanagement kann gezielt dann laufen, wenn das Dach Überschuss liefert: Warmwasser aufheizen, Speichermasse des Gebäudes nutzen, im Sommer allenfalls kühlen. Wie Eigenverbrauch die Rendite bestimmt, erklären wir im Artikel Eigenverbrauch und Rückvergütung zum Marktpreis.
Mehr zu unserem Angebot lesen Sie auf der Seite Wärmepumpen. Wenn Sie konkret planen, erstellen wir Ihnen gerne eine Offerte mit Heizlast, Förderung und Solarintegration.